Modefarbe Grn: Luxus-Labels: Warum sich Nachhaltigkeit auszahlt | Nachricht

von Andreas Pilmes, Euro am Sonntag

So sehen Kreditverträge heute aus: Welcher jährliche Zinssatz sinkt, wenn nachhaltige Ziele erreicht werden. Versperrt nach sich ziehen ihn dasjenige Modelabel Prada und die französische Geschäftsbank Crédit Agricole Finale vergangenen Jahres. Drei Kriterien legten die Banker straff: die Arbeits- und Ausbildungsstunden welcher Angestellten, dazu die Klassifizierung einer gewissen Zahl welcher Läden qua umweltfreundliche Bauten.


Und die Luxusfirma muss statt Nylon Econyl verwenden, ein Werkstoff aus recyceltem Plastik, Fischernetzen und Textilware. Es ist unendlich oft wiederverwertbar und spart im Rahmen welcher Herstellung massiv Kohlendioxid. Im nächsten Jahr sollen ganz Nylonprodukte welcher Marke, ebenso die begehrten Taschen, daraus hergestellt werden.


Prada ist dasjenige erste Unternehmen welcher Luxusindustrie, dasjenige vereinigen derartigen Handel abgesperrt hat. Die Zahl welcher Kredite, die an nachhaltige Ziele gekoppelt sind, wächst bemerkenswert. Die niederländische Großbank ING etwa will ihr gesamtes globales Finanzierungsport­folio von 500 Milliarden Euro mit den Pariser Klimazielen in Einklang schaffen. Die Sponsor zeugen Komprimierung.


Und nicht nur sie. Beiläufig die Klientel, ohne Rest durch zwei teilbar in welcher Luxusbranche, fordert zunehmend nachhaltige Produkte und Produktion. Rücksichtsloser Hedonismus war einmal. Speziell die kaufkräftigen Millennials nach sich ziehen vereinigen gänzlich anderen Luxusbegriff qua die Genera­tionen vor ihnen. Umweltbewusst statt Bling-Bling, so lautet ihre Sinnspruch. Und die Nachricht ist angekommen. “Es gibt keinen größeren Luxus qua unsrige Zukunft” – dieser bedeutungsschwere Sine tempore stammt unbedingt von Donatella Versace, deren Name und Modemarke wirklich mit Fülle solange bis hin zur Dekadenz verbunden ist.


“Nachhaltiges und verantwortliches Handeln wird von Luxusmarken mehr erwartet qua von Unternehmen anderer Branchen”, konstatiert dasjenige Beratungsunternehmen Bain in seiner Studie zum Luxusmarkt 2019. Demnach ist welcher Umsatzvolumen mit hochwertiger Kleidung, Lederwaren, Schmuck und Parfüm weltweit um vier von Hundert uff 281 Milliarden Dollar gewachsen, und mit dieser Wachstumsrate soll es solange bis 2025 ebenso weitergehen.


Nichtsdestotrotz: Dasjenige gesamte globale Wertzuwachs welcher Industrie nicht zutreffend uff die Generationen Y (nachdem 1980 geboren) und Z (nachdem 1995 geboren). “Ebendiese größt… selbst­bewussten Kunden fordern die Luxusmarken permanent hervor, kreativ zu sein und sich weiterzuentwickeln, und zwar mehr als dasjenige reine Produkt hinaus”, sagt Bain-Kapazität Oliver Merkel. Soziale Verantwortung bleibe ein wichtiges Themenkreis und umfasse mehr qua Umweltschutz im Rahmen welcher Herstellung.

Beklemmung vor welcher “Shopping-Schamgefühl”

Laut einer Untersuchung welcher Unternehmensberatung McKinsey machten nachhaltige Produkte im vergangenen Jahr 23 von Hundert aller Käufe im Luxussegment aus. Zum Finale des Jahrzehnts, so die Vorhersage, werde welcher Marktanteil von Labels, die zumindest anteilmäßig nachhaltig funktionieren, im Rahmen 85 von Hundert liegen. Und z. Hd. 90 von Hundert welcher Kunden wird Nachhaltigkeit ein Kaufargument sein.


Schon macht nachdem welcher “Flugscham” die “Shopping-Schamgefühl” die Runde. Die Modebranche insgesamt ist schließlich eine gigantische Dreckschleuder, nur übertroffen von welcher Ölindustrie. Sie verursacht laut Vereinten Nationen mehr Kohlendioxid-Emissionen qua Seeschifffahrt und Luftfahrt zusammen. Die Umweltbilanz eines weißen T-Shirts aus Baumwolle ist homolog verheerend wie welcher Anbau von Avocados oder die Herstellung eines Smartphones. Für jedes die Produktion einer einzigen Jeansstoff sind Tausende Liter Wasser nötig. Von kurzer Dauer: Die Modeindustrie ist nachdem Behauptung welcher Vereinten Nationen ein “ökologischer und sozialer Notsituation”.


Dasjenige betrifft natürlich in erster Linie Billiglabels wie Primark, H & M Zara, die möglichst günstige serienmäßig produziert herstellen. Und die sich schon mal durch Greenwashing aus welcher Liebelei zu ziehen versuchen – welcher “vegane Schuh” entpuppte sich qua Plastiktreter. Doch echte revolutionäre Entwicklungen setzen sich stets von oben nachdem unten durch. Ökologische Materialien wie ­Econyl etablieren sich zunächst im Rahmen hochpreisigen Anbietern, um dann – im besten Kernpunkt – den gesamten Markt zu einführen.


Pelz ist längst vergangen

Welches sich im Rahmen welcher Ernährungsweise an differenziertem Intellekt entwickelt habe, werde ebenso uff die Modeindus­trie zukommen, sagt Gerd Müller-Thomkins, Chef des Deutschen Mode Instituts in Köln. Nichtsdestotrotz es ist schon einiges im Gange. Pelz etwa wird kaum noch verwendet. Denkweise Burberry: Die Briten erkannten die Zeichen welcher Zeit tardiv und verzichten erst seit dieser Zeit 2018 darauf. Dasjenige brachte homolog negative Kritiken wie dasjenige Verbrennen nicht verkaufter Ware vor etlichen Jahren. Nun nur steuert ebenso Burberry massiv um.


Dasjenige Unternehmen setzt unter anderem uff Kreislaufwirtschaft und kooperiert mit dem Secondhandhändler The RealReal. So durften etwa US-Kundinnen, die ein Burberry-Teil uff die Plattform stellten, beim nächsten Visite in einer Filiale mit bevorzugter Therapie rechnen – samt Sekt und persönlicher Konsultation. Deutschlands größter Modeversender, Zalando, betreibt eine eigene Secondhandplattform, H & M ist mehrheitlich am schwedischen Händler Sellpy beteiligt, welcher noch in diesem Jahr die weltweite Expansion plant.


Momentan plagen Burberry und die Industrie freilich ganz andere Sorgen: Am Freitag vergangener Woche strichen die Briten ihren Weitblick z. Hd. dasjenige solange bis Finale März laufende Geschäftsjahr. Dasjenige Coronavirus in Reich der Mitte habe vereinigen erheblichen negativen Folgeerscheinung uff die Nachfrage von Luxusgütern, erklärte Vorstandschef Marco Gobbetti. Die Umsätze in dem z. Hd. die Luxusindustrie so wichtigen Markt seien um 70 solange bis 80 von Hundert eingebrochen. Derlei Nachrichtensendung sind ebenso von den anderen Firmen welcher Luxusbranche in nächster Zeit zu erwarten. Für jedes Börsianer heißt dasjenige: Möglichkeit uff Kaufkurse.


Da rückt dann etwa Mon­cler in den Kern. Beiläufig im Rahmen welcher in Grenoble gegründeten und heute in Mailand sitzenden Firma ist welcher Ökogedanke eingezogen. Im zwölfter Monat des Jahres brachte sie eine klimaneutrale Biodaunenjacke uff den Markt. Substanz, Nahrung, Knöpfe und Reißverschlüsse sind aus Samen von Rizinus hergestellt, einer Pflanze, die keinen Kraft uff die Nahrungsmittelversorgung hat. Sie gesucht kaum Wasser und wächst in z. Hd. Landwirtschaft unge­eigneten, da trockenen Gegenden. Genug damit Rizinusöl wiederum stellt Gucci seine Brillengestelle her, nur eines von vielen zumindest halbwegs nachhaltigen Produkten aus dem Sendung. Die Kering-­Tochter begann schon 2010, sich mit dem Themenkreis zu in Anspruch nehmen.


Wie Galionsfigur z. Hd. Nachhaltigkeit gilt Stella McCartney. Die Veganerin und Umweltaktivistin nutzt schon nachhaltig keine tierischen Produkte wie Leder mehr und setzt sich seit dieser Zeit so gut wie 20 Jahren z. Hd. eine umweltfreundliche Produktion ein. Im Juli sorgte sie z. Hd. Bombe, qua sie mit ihrem Label im Rahmen LVMH andockte. Für jedes den Chef des weltgrößten Luxuskonglomerats, Bernard Arnault, fungiert McCartney nun qua eine Genre oberste Nachhaltigkeitsbeauftragte.


Ihr Label kann in puncto Umsätze zwar nicht mit anderen Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior oder Celine Schritt halten, zu diesem Zweck nur sind Name und Methode welcher Beatles-Tochter wesentlich z. Hd. die Neupositionierung von LVMH qua nachhaltig agierender Konzern. Schließlich wurde 2019 welcher große Mitbewerber Kering qua umweltfreundlichstes Luxusunternehmen ausgezeichnet. Welcher war solange bis 2018 Partner von McCartney – und hat offenbar gelernt.

Welcher Pionier welcher Luxusbranche in Sachen Nachhaltigkeit sitzt freilich in Italien. Schon vor mehr qua 40 Jahren baute Brunello Cucinelli ein vorbildliches Unternehmen uff. Mit 550 US-Dollar Startkapital färbte er Kaschmirpullover kunterbunt. Die Kundschaft riss sie ihm aus den Händen. Längst sind die Strickwaren aus dem Weiler Solomeo in Umbrien dezenter gefärbt, und die Sammlung umfasst ebenso Anzüge oder Jeansstoff, die Nachfrage nur ist hoch wie eh und je. Und Cucinelli ist einer welcher reichsten Männer Italiens. Wurde er früher z. Hd. den von ihm propagierten “humanitären Marktwirtschaft” belächelt und z. Hd. vereinigen wunderlicher Kauz gehalten, so gilt er jetzt qua Vorreiter. Kaderschmieden wie die Harvard-Universität oder dasjenige MIT schicken Studenten zu ihm. Amazon-Gründer Jeff Bezos schätzt seinen Rat und Italiens Premier Giuseppe Conte und dessen Vorgänger Matteo Renzi.


Cucinelli zahlt seinen Leuten 20 von Hundert mehr qua die Mitbewerb. “manuelle Arbeit muss honoriert werden”, argumentiert welcher Sohn eines Bauern und ­Fabrikarbeiters. Die Mittagszeit in welcher weithin gerühmten Kantine ist verpflichtend, E-Mails unter den Mitarbeitern in welcher Freizeit unerwünscht.


Geschadet hat dasjenige was auch immer nicht. Welcher Umsatzvolumen hat sich seit dieser Zeit dem Börsengang 2012 in etwa verdoppelt. “Natürlich sollen wir welches verdienen”, zitierte ihn die “Süddeutsche Zeitung Zeitung” 2018. “Nichtsdestotrotz Glückslos per se ist kein Zahl, die Würde des Menschen schon.” Übrigens kümmert sich Cucinelli privat sogar um die Körperhaltung welcher Schafe, die seine Wolle liefern. “Selbst will, dass wir ganz wieder an große ­Ideale Vertrauen schenken, an Schönheit, Recht und Tugend”, sagte er einmal. ­”Förmlich will ich nur, dass wir ganz wieder normal werden.”


Grüne Gewinner: Kommende Woche Vorlesung halten Sie, welche Lebensmittelunternehmen vom Trend zur Nachhaltigkeit profitieren.


Investor-Information

LVMH

Welcher Mächtige

Welcher weltgrößte Luxuskonzern hat viele
Marken in mehreren Branchen, ohne Rest durch zwei teilbar erst kam US-Juwelier Tiffany hinzu. Die Ausrichtung uff nachhaltige Produkte ist glaubwürdig. Eine kleine Gewinnanteil erhalten Aktionäre ­zudem. Dasjenige Coronavirus hinterlässt zwar im Moment Bremsspuren im Rahmen den Kursen vieler Luxusfirmen, da Reich der Mitte ein sehr wichtiger Markt ist, doch erste Käufer verhauen wieder zu. Lager­investment in welcher Industrie.


Welcher Italiener beweist, wie Geschäftserfolg und gutes Gewissen vereinbar sind. Umsätze und Gewinne des Luxusunternehmens wachsen überschaubar, nur stetig. Welcher Route hat sich kontinuierlich entwickelt, uff drei Jahre gesehen hat er um rund 60 von Hundert zugelegt. Dasjenige Beweisgrund Nachhaltigkeit in welcher Luxusbranche spricht z. Hd. den Zahl. Inzwischen ist die Aktie nur sehr teuer, so gesehen ist sie eine Halteposition.

Moncler

Welcher Aufsteiger

Die Mailänder nach sich ziehen vom Hersteller von Ski- und Kletterbekleidung zur Nobelmarke vereinigen fulminanten Beförderung geschafft. Die Daunenjacken gelten qua Statussymbol, die Marke zählt zu den angesagtesten und wichtigsten welcher Industrie. Dasjenige spiegelt ebenso welcher Route wider, welcher innert drei Jahren um rund 125 von Hundert zulegte. Trotzdem ist die Aktie noch ritterlich bewertet. Dazu kommt Übernahmefantasie – Kering soll neugierig sein. Spekulativ.

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Bildquellen: Kiuikson/iStock, Zara

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